Pferdestall der Barone von Biel auf Zierow

Es war wohl um 1890, als Baron von Biel auf Zierow sich entschloss für seine Pferdezucht einen neuen Stall errichten zu lassen. Die Gebrüder von Biel, noch heute unter Pferdeenthusiasten bekannt für die Einführung des englischen Vollblutes auf dem Kontinent, erfreuten sich damals großer Bekanntheit unter den Pferdeliebhabern. Sie hatten wesentlichen Anteil an der Gründung der ersten Deutschen Galopprennbahn in Bad Doberan. Um 1893 war es schließlich soweit und das neue Zuhause für seine Pferdezucht wurde Realität. Der Wertschätzung des Barons gegenüber seinen Pferden war dann wohl auch der Standort, an der Sonnenseite des Schlossparks, zu verdanken. Das dreiteilige Gebäude wurde auf der Rückseite später mit Remisen ergänzt.
Der letzte Baron von Biel auf Zierow war in New York für die HAPAG tätig. Hilfreich die schon seit je her in der Familie gepflegten Kenntnisse der englischen Sprache. Von dort durch die Ereignisse in Deutschland zurückgekehrt wurde er nach Kriegsende von der britischen Militärverwaltung als Bürgermeister von Wismar eingesetzt. Hier konnte er jedoch nicht lange wirken da mit Übergabe der Stadt und des Landkreises an die Rote Armee Er, wegen seiner Herkunft, die sowjetische Besatzungszone verlassen musste.

Obwohl das Gut Zierow auch nach Enteignung bis 1989 den Pferden im weitesten Sinne verbunden blieb wurde der Pferdestall in den 60´ziger Jahren zum Wohn- und Verwaltungsgebäude umgebaut. Die Remisen wurden niedergelegt. Nach längerem Leerstand wurde das Gebäude in den Jahren 2003 – 2005 saniert und steht nun auch Feriengästen zur Verfügung.In den Souterrain Wohnungen findet man noch heute Details die auf die ursprüngliche Nutzung verweisen. Die Fassade, eine Klinkerfassade, war in ihrer ursprünglichen Form nicht verputzt. Die Vorderseite, zum Schloss gerichtet, wurde durch große Einganstore links und rechts vom Portal dominiert. Die rückseitige Ansicht war durch viele Fenster und Luken in unterschiedlicher Formensprache geprägt. Diese dürften jedoch schon bald durch den Anbau der Remisen ihren gestalterischen Wert verloren haben.
Eine Wiederaufnahme dieser architektonischen Details wurde auf Grund der starken Änderungen der Fassade beim Umbau in den 60´ziger Jahren verworfen. Die heutige Struktur wird daher im wesentlichen durch den vorherigen Umbau bestimmt. Die Außenanlage musste vollkommen neu angelegt werden. Auf Grund fehlenden historischen Bildmaterials konnte zumindest bewusst kein Bezug zum historischen Bestand genommen werden.